MoveArts verwendet Telegram um den Kursteilnehmern Chatrooms zu bieten

Wir wissen auch, dass im privaten Bereich WhatsApp stark verbreitet ist. Mit über einer Milliarde Nutzer weltweit, lässt es unsere Wahl, den Messanger Telegram, der die 200 Millionen Marke schon geknackt hat, weit hinter sich. Warum wir uns trotzdem für Telegram entschieden haben, hat auch mit der neuen DSGVO zu tun.

1. AGBs
Die WhatsApp AGBs verbieten ausdrücklich die gewerbliche Nutzung ("You agree ... not to use .. for any commercial solicitation ... purposes bzw. im seit kurzem auch Deutsch vorliegendem Text "Du wirst unsere Dienste nicht auf eine Art und Weise nutzen, die ... eine nicht-private Nutzung unserer Dienste beinhaltet" - https://www.whatsapp.com/legal/?lang=de#terms-of-service). Wenn also jemand eine Tanzgruppe im Chat vereint, und die Kurse nicht umsonst anbietet, bricht einen Vertrag, dem er zugestimmt hat. Telegram erlaubt die gewerbliche Nutzung.


2. Datenschutz
WhatsApp kopiert sich regelmäßig alle Kontaktdaten Deines Telefonbuchs, und lässt sich dass auch bestätigen ("Im Einklang mit geltenden Gesetzen stellst du uns regelmäßig die Telefonnummern von WhatsApp Nutzern und anderen Kontakten in deinem Mobiltelefon-Adressbuch zur Verfügung, darunter sowohl die Nummern von Nutzern unserer Dienste als auch die von deinen sonstigen Kontakten." - siehe unter https://www.whatsapp.com/legal/?lang=de#terms-of-service). Im Einklang mit geltenden Gesetzen heißt, dass der WhatsApp Nutzer im Vorfeld von allen seinen auf seinem Handy gespeicherten Kontakten - spätestens seit der DSGVO - schriftlich die Erlaubnis einholen muss, dass er diese Daten an WhatsApp und Facebook übergibt.
Telegram kopiert Dein Telefonbuch nicht. Einen leicht verständlichen Artikel dazu findest Du auf https://www.handwerk.com/strenge-regeln-bei-der-geschaeftlichen-nutzung-von-whatsapp


3. CC und BCC
Inzwischen weiß (fast) jeder, dass eine eMail, die an einen größeren Kreis einander nicht bekannter Empfänger verschickt wird, diese im BCC eingefügt werden, das in der Regel keiner der Empfänger dem Absender die Erlaubnis erteilt hat, seine eMail Adresse den anderen Empfängern mitzuteilen. Telegram nutzt BCC, WhatApp CC. Das heißt: Bin ich in einer WhatsApp Gruppe, kennt jeder in der Gruppe zwangsläufig meine Handynummer. Bei Telegram kann ich zwar die Gruppenmitglileder auch persönlich anchatten, aber ihre Nummer sehe ich nur, wenn ich sie vorher schon hatte. Also müsste auch jeder in eine WhatsApp Gruppe geladene hierrüber aktiv und im Vorfeld aufgeklärt werden und schriftlich sein Einverständnis hierzu äußern.


4. Russland
Der Gründer von Telegram ist der Exilrusse. Das weckt bei manchem Zeitgenossen Bedenken. Warum wir diese nicht teile? Eines der weltbesten Firmen zum Computerschutz ist die russische Firma Kaspersky, deren Dienste sogar Microsoft, CIA und Google in Anspruch nehmen. ;-) Und die Integrität von Telegram posaunt inzwischen sogar die Bildzeitung in Ihrem Artikel vom April: http://www.computerbild.de/artikel/cb-News-Internet-Telegram-Messenger-Abschaltung-20046873.html

Um einiges sachlicher dieser Artikel: https://www.welt.de/politik/ausland/article175693647/Telegram-Russlands-wilde-Jagd-auf-den-Tech-Milliardaer.html Weitere findet ihr leicht über eure Suchmaschine.
Damit ist Telegram eine der wenigen Firmen, die Weltweit sich Geheimdiensten widersetzen. Telegram hatte auch schon Besuch von NSA und CIA, die beide mit leeren Händen wieder abgezogen sind, weil Telegram so gebaut ist, dass selbst Telegram keinen Zugriff auf die Daten seiner Kunden hat.


5. Sicherheit
WhatsApp hat eine Ende zu Ende Verschlüsselung, Telegram bietet diese unter "geheime Chats" an, die dann sogar eine voreinstellbare Selbstzerstörung anbieten. In GruppenChats gibt es diese nur bei WhatsApp, was ich aus diesem Grund für unehrlich halte: Eine Ende zu Ende Verschlüsselung basiert vom Konzept her auf dem "ein Sender ein Empfänger" Modell. Alles andere weicht das Prinzip auf, mit den zu erwartenden Konsequenzen des Sicherheitsverlustes. Siehe hierzu zB https://www.wired.de/collection/tech/whatsapp-gruppenchats-sind-nicht-sicher oder http://www.spiegel.de/netzwelt/apps/whatsapp-gruppenchats-schwachstelle-im-verschluesselungs-protokoll-a-1187338.html
Die Gefahr bei fehlender Ende zu Ende Verschlüsselung basiert auf MitM-Angriff Szenarien (https://de.wikipedia.org/wiki/Man-in-the-Middle-Angriff). Diese müssen gezielt ausgeführt werden, sind extrem aufwändig und bei Tanzgruppen Chats kaum zu befürchten. Und wer MitM fürchtet, darf auch keine eMails mehr nutzen...
Außerdem hat bei der Ende zu Ende Verschlüsselung WhatsApp die Schlüssel auf seinem Server. Bei Telegram existieren sie nur auf dem Telefon des Senders und des Empfängers. Da Telegram außerdem das neu entwickelte und quelloffene MTProto Protokoll (https://core.telegram.org/mtproto & https://core.telegram.org/techfaq) verwendet, ist es damit bereits ohne Ende zu Ende Verschlüsselung sicherer, als die meisten anderen Messenger mit.


6. Transparenz
Telegram ist OpenSource. Jede Zeile des Programmcodes ist einsehbar. Damit ist Telegram unangefochten der einzig transparente Messenger auf dem Markt. WhatsApp zB sendet regelmäßig Datenpakete nach Hause. Verbraucht damit Deinen Akku, Deine Datenrate, und das einzige was sicher ist, dass sich in dem Paket Deine GPS Koordinaten befinden, auch wenn Du GPS abgeschaltet hast. Den Rest hat noch niemand entschlüsselt.


7. Komfort
Bis auf die geheimen Chats kannst Du Telegram vom Handy, vom Tablet und von jedem Rechner aus nutzen, also auch komplett ohne Handy. Dabei kannst Du ählenn, ob Du dazu eine mini App instalierts oder browserbasiert arbeitest. Dabei reicht es vor der ersten Benutzung Du den Rechner über Dein Handy freizuschalten.


Fazit: Allein aus 1. bis 3. ist WhatsApp keine alternative für gewerbliche Nutzung. Eine Abmahnung daraus ist nicht zwingend notwendig, aber möglich und damit das Risiko nicht wert, zumal es Alternativen gibt. Telegram ist nicht der heilige Gral der Datensicherheit. Es gibt durchaus eine Menge Verbesserungen auch bei Telegram auf meiner Wunschliste. Aber es ist derzeit eine gute Alternative. Und für gewerbliche Nutzer derzeit wohl mit die beste neben den Schweizerischen Threema, das aber eben leider nicht quelloffen ist.

Telegram installiert ihr über den Google oder Apple Playstore.